Moderne und nachhaltige Berufsorientierung anzubieten, die finanzierbar ist, in den engen Schulplan passt und die Schüler und Schülerinnen begeistert, ist eine echte Mammutaufgabe.
Erschwerend hinzu kommen drei weitere wichtige Details:

Detail #1: Viele Lehrkräfte an Gymnasien fühlen sich nicht ausreichend für das Thema Berufsorientierung ausgebildet und sind dementsprechend damit überfordert.

Detail #2: Ein sich radikal verändernder Arbeitsmarkt, der schon heute Realität ist. Auf der Top 100-Berufsliste stehen beispielsweise mehr als 15 Berufe, die es vor fünf Jahren noch gar nicht gab – Tendenz steigend!

Detail #3: Die Eltern übertragen die Verantwortung für die Berufsorientierung ihrer Kinder immer stärker an die Schule und fordern konkrete berufsorientierende Maßnahmen.

Schaut man sich diese Details an und bezieht die Komplexität der Materie mit ein, dann wird klar: Erfolgreiche Berufs- und Studienorientierung braucht dringend eine strukturierte und verlässliche Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern. Nur im engen Kontakt mit außerschulischen Experten und Kooperationspartnern können Schulen heute sowohl den angemessenen Rahmen als auch die Ansprüche an moderne Berufsorientierung bewältigen.

Der große Vorteil ist: Die Zusammenarbeit mit außerschulische Partnern liefert der Schule umfangreiches Expertenwissen, basierend auf praktischen Erfahrungen und fachlichen Kompetenzen, die sich nicht durch die eigene Recherche und Weiterbildung aufholen lassen. Die Zusammenarbeit verbessert deshalb nicht nur die Qualität der Berufsorientierung, sondern sie erleichtert auch die Arbeit der Berufsorientierungslehrer, indem sie es ermöglicht, einen Teil der Verantwortung abzugeben.

Durch die Öffnung nach außen wandelt sich das Selbstverständnis der Schule – weg von der „Lerninsel“, hin zur Schule als Teil eines Bildungsnetzwerkes.

Das kommt vor allem den Schülerinnen und Schülern zugute. Die Schüler werden von Begegnungen mit außerschulischen Partnern und anderen Lernorten inspiriert. Sie erproben neue Lernformen und Kulturtechniken, finden einen persönlichen Bezug zu außerschulischen Lernräumen und arbeiten mit „anderen” Erwachsenen zusammen, die ihnen neue Impulse mit auf den Lebensweg geben können. Auch die Lehrkräfte und Partner selbst lernen durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften sowohl inhaltlich als auch methodisch-didaktisch dazu.

In der Betriebswirtschaft würde man das Ganze als eine WIN- WIN- WIN-Situation bezeichnen. Alle Beteiligten (Schüler, Lehrer und auch die Schule an sich) gewinnen. Die Kooperation mit externen Partnern trägt somit zu einer lebendigen und lebensnahen Schule bei.