„Eltern sind die wichtigsten Ratgeber auf dem Weg der Berufs- und Lebensplanung für Jugendliche“ – das ist das Ergebnis mehrerer aktueller Studien zum Thema Berufsorientierung in Deutschland. Und es ist angesichts des langen Berufsfindungsprozesses und der enormen Informationsüberflutung der Schüler ein kaum überraschendes Ergebnis.

An den meisten Gymnasien, mit denen wir zusammenarbeiten durften, wissen die verantwortlichen Lehrkräfte, wie wichtig es ist, die Eltern als Teil des Berufsorientierungsprozesses zu integrieren – und doch sind sehr unzufrieden, was die Zusammenarbeit mit den Eltern betrifft. Zwar sind gute Maßnahmen zur Integration bekannt, allerdings fällt es den Schulen schwer, diese Maßnahmen durchzuführen, da verschiedene Barrieren den aktiven Kontakt mit Eltern verhindern.

Diese Barrieren können praktischer Art sein, wie beispielsweise die schwierige Erreichbarkeit der Eltern. Allerdings können sie auch kulturell bedingt sein, durch die verschiedenen individuellen Lebenswelten oder eine bewusste Distanzierung von der Schule. Ganz konkret äußern sie sich in der großen Leere auf Elternabenden. Diese Leere ist nicht nur real, sondern auch ein Sinnbild für die häufige Sprachlosigkeit zwischen Schulen und Eltern.

Entsprechend ist der erste Schritt zur Integration von Eltern in den Berufsorientierungsprozess der Aufbau einer vertrauensvollen Kommunikationskultur und der Abbau von gegenseitigen Vorurteilen. Erst wenn diese Grundlagen gelegt sind, können die Eltern sinnvoll als Partner in die Berufsorientierung miteinbezogen werden.

Das heißt: Verstehen Sie die Eltern als gleichwertige Partner im Berufsorientierungsprozess und vermitteln Sie dies im persönlichen Gespräch oder einem Elternbrief. Durch eine wertschätzende Kommunikation werden Eltern ihre Rolle als Begleiter und Berater und entsprechend ihren Handlungsspielraum besser wahrnehmen. Achten Sie allerdings darauf, die Elterneinbeziehung bedarfsgerecht zu gestalten.

Eltern sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihre Wünsche und Erwartungen zu formulieren. Dadurch werden Bedürfnisse verständlich und es lassen sich gemeinsam Ziele definieren. Fragen Sie diese Erwartungen ab und überprüfen Sie in Form einer jährlichen Evaluation, ob diese Erwartungen eingehalten wurden. Dadurch vermitteln Sie den Eltern zusätzlich, dass ihrer Meinung Gehör verschaffen wird.

In unserer Zusammenarbeit mit Gymnasien haben wir herausgefunden, dass die Integration von Eltern dort überdurchschnittlich erfolgreich ist, wo Gymnasien den Schulelternbeirat in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen. Schaffen Sie es den Schulelternbeirat zu überzeugen, wird es Ihnen auch bei der gesamten Elternschaft gelingen. Die Anwesenheit des Beirats bei Berufsorientierungsveranstaltungen ist deshalb ratsam. Es kann Überzeugungsarbeit geleistet werden, da Eltern von Mitgliedern des Gremiums ehrliche und authentische Einschätzungen erwarten.

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