Wenn wir beim Aufbau von MEIN MUTIGER WEG eines gelernt haben, dann ist es, wie entscheidend die Kraft eines motivierten, kompetenten und zuverlässigen Teams ist. Denn so sehr wir an die Bedeutung des Individuums glauben: Niemand verändert etwas alleine!

Ein Gedanke, der für die meisten von uns absolut Sinn ergibt. Und doch wird dieser Gedanke an den wenigsten Gymnasien tatsächlich gelebt. Immer wieder arbeiten wir mit Gymnasien zusammen, wo die Berufs-und Studienorientierung vom Engagement einer einzigen Lehrkraft abhängt. Sie pflegt die Kontakte zu den berufsbildenden Schulen und die Zusammenarbeit mit den schulischen und außerschulischen Kooperationspartnern und den Vertretungen der Bundesagentur für Arbeit. Sie organisiert das Betriebspraktikum, ist der Ansprechpartner der Schülern und veranstaltet Elternabende.

Und als ob es nicht schon anstrengend genug wäre, all diese Aufgaben neben den eigentlichen Aufgaben als Lehrerin oder Lehrer zu koordinieren, stoßen die meisten Berufsorientierungslehrer bei ihren Kollegen auf wenig Gegenliebe für all ihre Bemühungen. Im Gegenteil: Es wird sich eifrig darüber beschwert, dass die Berufsorientierungsveranstaltungen wertvolle Unterrichtszeit rauben, die dringend gebraucht wird, um Noten zu machen…

Und damit sind wir beim eigentlichen Problem angekommen: Moderne Berufsorientierung scheitert oftmals nicht an einem schlechten Konzept, fehlendem Know-how oder geringen finanziellen Mitteln, sondern viel öfter an der fehlenden Unterstützung im Kollegium.

Beinahe alle Berufsorientierungslehrer- und lehrerinnen, die wir durch MEIN MUTIGER WEG kennenlernen durften, klagen direkt oder indirekt über das fehlende Verständnis der Kollegen und die „stiefmütterliche Behandlung“ des Themas Berufsorientierung an Ihrer Schule.

Was bedeutet das für die Berufsorientierung an Ihrer Schule?

Aus unserer Sicht geht es im ersten Schritt darum, eine echte Akzeptanz für das Thema Berufsorientierung im Lehrerkollegium zu erreichen. Als entscheidend zeigt sich die Position der Schulleitung. Denn bevor auch nur eine einzige Maßnahme zur Berufsorientierung umgesetzt wird, muss die Schulleitung es schaffen, alle Lehrer und Lehrerinnen für das Thema Berufsorientierung zu sensibilisieren und ausreichend Informationen zu den Zielen, Methoden und Maßnahmen des Berufsorientierungskonzepts bereitzustellen, sodass alle an Bord sind.

Ist dieser erste Schritt getan, sprich eine echte Akzeptanz für das Thema Berufsorientierung geschaffen, kann der zweite Schritt angegangen werden: Die Verantwortlichkeiten für die Koordination und Umsetzung des Berufsorientierungskonzeptes auf mehrere Lehrer zu verteilen.

Nachhaltige Berufsorientierung kann nämlich nur dann gelingen, wenn sie von einem motivierten und harmonierenden Team umgesetzt wird anstatt von einem engagierten Einzelkämpfer.

Selbst die engagierteste Lehrerin ist dauerhaft nicht in der Lage, als Einzelkämpferin Erfolg zu haben. In der Zusammenarbeit mit anderen Lehrkräften kann sie allerdings einiges bewirken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Berufsorientierung zu etwas wirklich Besonderem wird, wenn sich die richtigen Menschen in einem Team befinden und strukturiert zusammenarbeiten.