Was wir in den letzten Monaten festgestellt haben, ist, dass die meisten Gymnasien bereits gute Berufsorientierungskonzepte entwickelt haben. Keine unserer Partnerschulen beginnt mit der Planung und Umsetzung der Berufsorientierung bei „null“, sondern es wurden bereits unterschiedliche Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt.

Häufig fehlt jedoch der Überblick über die Fülle der durchgeführten Maßnahmen. Oft sind nur einzelne Lehrkräfte darüber informiert, was in Bezug auf Berufsorientierung bereits umgesetzt wurde oder gerade geplant wird. Die Maßnahmen sind – wenn sie über den jeweiligen Bildungsplan hinausgehen – häufig vom Engagement einzelner Lehrer abhängig.

Das dahinterliegende Problem: Einzelmaßnahmen zur Berufsorientierung können nicht ihr volles Potential entfalten, wenn sie nicht in ein Gesamtkonzept integriert sind. Deshalb sollten die Maßnahmen zur Berufsorientierung nicht unabhängig voneinander durchgeführt, sondern systematisch miteinander vernetzt und in einem einheitlichen Konzept eingebettet werden.

Um nun ein solches Gesamtkonzept zu erstellen, ist es – im Hinblick auf die knappen personellen Ressourcen – sinnvoll, auf bewährte Metakonzepte zurückzugreifen.

Ein bewährtes Konzept, das wir empfehlen können, ist der Qualitätsrahmen, der von Karsten Hammer und Dr. Jürgen Ripper entwickelt wurde. Der Qualitätsrahmen hat eine unterstützende Funktion innerhalb des ganzheitlichen Qualitätsmanagements zur Berufsorientierung. Er bietet Schulen – neben den Vorgaben im jeweiligen Schulgesetz – eine Basis, an der Sie sich orientieren können, um eine qualitativ hochwertige, systematische Berufsorientierung zu etablieren bzw. die bestehende Berufsorientierung zu erweitern oder zu verbessern.

Der Qualitätsrahmen besteht aus vier Dimensionen:

Qualitätsdimension 1 – Unterrichtliche Aktivitäten

Berufsorientierung wird an Schulen auf unterschiedlichste Weise umgesetzt. Einige Maßnahmen werden innerhalb, andere außerhalb der Schule durchgeführt. Berufsorientierung wird häufig zunächst als etwas Zusätzliches zur eigentlichen schulischen Arbeit begriffen, als Maßnahmen und Aktivitäten außerhalb des Unterrichts. Jedoch ist gerade der Unterricht – das Kerngeschäft von Schulen – der richtige Ort, um Berufsorientierung zu fördern.

Jedes Unterrichtsfach kann einen Beitrag zur Berufsorientierung leisten: So können im Deutschunterricht Anschreiben geübt, in Mathematik können Bilanzen oder Jahresabschlüsse von Unternehmen besprochen und im Englischunterricht können Bewerbungsgespräche trainiert werden. Zum anderen können im Unterricht Betriebspraktika im Unterricht vor- und nachbereitet werden.

Qualitätsdimension 2 – Außerunterrichtliche Aktivitäten

Auch außerhalb des Unterrichts bieten sich den Schüler und Schülerinnen viele Möglichkeiten, um berufsrelevante Kompetenzen zu erlernen und zu üben. Außerdem kann das „theoretische“ Wissen über Berufsorientierung bei außerunterrichtlichen Aktivitäten praktisch angewendet werden. Schritt für Schritt können die Schüler so in einem geschützten Rahmen und unter Begleitung von Lehrern praxisbezogene Erfahrungen sammeln und sich selbst besser kennenlernen.

Qualitätsdimension 3 – Kooperation Schule – Wirtschaft

Je besser die Schule mit externen Partnern wie Unternehmen, Verbände, Hochschulen, der Agentur für Arbeit etc. vernetzt ist, desto besser ist meist auch die Berufsorientierung. Schüler und Schülerinnen sammeln beispielsweise durch Praktika im Unternehmen aktiv eigene Erfahrungen in der „realen“ Welt außerhalb des Klassenzimmers und können ihre Erwartungen mit der Realität abgleichen. Dies führt unter anderem zu einer geringeren Abbrecherquote in der Ausbildung.

Qualitätsdimension 4 – Kooperation Schule – weitere Partner

Neben Unternehmen, die als potenzielle Arbeitgeber der Schüler und Schülerinnen wichtige Kooperationspartner der Schule sind, können zahlreiche weitere Partner die schulische Berufsorientierung unterstützen. An erster Stelle stehen dabei die Eltern, aber es gibt noch weitere sinnvolle Partnerschaften, speziell in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Potentialentfaltung.

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